Rente für Babyboomer

Das 9. Körber Demografie-Symposium im November stand unter dem Titel »Die Babyboomer gehen in Rente. Die alternde Gesellschaft lokal gestalten«. Mit den geburtenstarken Jahrgängen der 1950er und 1960er Jahre wird in den nächsten Jahren mehr als ein Drittel der derzeit in Deutschland Erwerbstätigen aus dem Berufsleben ausscheiden, verbunden mit einer deutlichen Alterung der Bevölkerung in den Städten und Gemeinden.

Reiner Klingholz und Karin Haist, Körber-Stiftung, diskutierten sechs Thesen zum baldigen Ruhestand der Babyboomer (Foto: Claudia Höhne)
Reiner Klingholz und Karin Haist, Körber-Stiftung, diskutierten sechs Thesen zum baldigen Ruhestand der Babyboomer (Foto: Claudia Höhne)

Rund 150 kommunale Entscheider diskutierten auf dem Symposium u.a. mit Reiner Klingholz (Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung), Barbara Wackernagel-Jacobs (Filmproduzentin), Ferdos Forudastan (Süddeutsche Zeitung) und Charles Landry (Städteforscher). Ihre Strategien als altersfreundliche Städte präsentierten Sprecher aus Tampere in Finnland und Belfast in Nordirland.

Inhaltlichen Input zum Symposium gab unser Thesenpapier »Die Babyboomer gehen in Rente. Was dies für die Kommunen bedeutet«. Demnach stehen die Kommunen mit dem Ausscheiden der momentan noch sehr aktiven und vitalen Babyboomer-Generation vor gravierenden Veränderungen. Wer etwa 1959 geboren wurde, hatte bei der Geburt eine Lebenserwartung von 82 Jahren (Frauen) und 75 Jahren (Männer) – das sind rund 7 bzw. 8 Jahre mehr als bei deren Eltern. Anfang der 1970er Jahre lag der Anteil der Abiturienten eines Jahrgangs bei 11 Prozent, 1975 schon bei 20 Prozent. Die Jahrgänge der 1950er und 1960er stellen derzeit über 50 Prozent des deutschen Bundestags. Fast 50 Prozent der 50- bis 64-Jährigen war 2014 ehrenamtlich engagiert.


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