Beiträge zur öffentlichen Debatte

Stiftungen sehen den Erhalt der Demokratie in Deutschland als ein wichtiges Arbeitsfeld. Dies zeigte eine Befragung des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen in Kooperation mit der Körber-Stiftung, deren Ergebnisse auf dem 9. Treffen des Arbeitskreises Engagementförderung vorgestellt wurden. Für knapp die Hälfte der 246 befragten Stiftungen wird die Förderung von Demokratie in ihrer Arbeit demnach seit einigen Jahren immer bedeutender. Knapp 70 Prozent der Befragten gaben an, sich dafür auch an Kinder im Vorschulalter, Schülerinnen und Schüler sowie Studentinnen und Studenten zu richten. Vor allem für eine stärkere politische Beteiligung wollen die Stiftungen motivieren.

Der aktuellen Frage nach dem gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland widmeten wir uns in mehreren Veranstaltungen im KörberForum. Die »Zeit«-Herausgeberin Jutta Allmendinger machte bei der Vorstellung ihrer »Vermächtnisstudie« deutlich, welche kollektiven Werte die Deutschen über Generationen, Geschlechtergrenzen, Bildungshintergründe oder Migrationsgeschichten hinweg einen und trennen.

Drei Menschen aus unterschiedlichen Welten reflektierten im KörberForum, was Heimat für sie bedeutet und ob sie diese in Hamburg gefunden haben
Drei Menschen aus unterschiedlichen Welten reflektierten im KörberForum, was Heimat für sie bedeutet und ob sie diese in Hamburg gefunden haben

Ein »Heimatabend« fragte danach, was Heimat für Menschen mit ganz unterschiedlichen Biografien in Hamburg bedeuten kann. Das Thema Exilerfahrungen stand im Mittelpunkt eines Gesprächs des iranischen Schriftstellers Pedro Kadivar mit der Exilwissenschaftlerin Doerte Bischoff.
In der Reihe »BürgerMachtPolitik« zu Hamburgs Stadtpolitik diskutierten Vertreter der Hamburger Politik mit Experten und Aktivisten über den G20-Gipfel im Spannungsfeld von Sicherheitsanforderungen und Freiheitsrechten und über ermutigende und gleichzeitig ernüchternde Erfahrungen mit direkter Demokratie in Hamburg.

Mit Debatten und Fachveranstaltungen setzte die Körber-Stiftung in Hamburg Impulse zu virulenten Altersthemen. So wurde im Haus im Park mit Unterstützung der »Hamburg Medical School« eine Handreichung für »Offene Ateliers für Menschen mit Demenz« entwickelt, die sich an Stadtteil- und Kulturzentren, Museen und Kultureinrichtungen wendet, die ihr Angebot für Demente ausbauen wollen. Die Konzertreihe »Ferne Klänge« für Menschen mit Demenz in Kooperation mit der Elbphilharmonie und dem Ensemble Resonanz wurde fortgesetzt.

Die Bevölkerung in Deutschland wird nicht nur immer älter – eine Mehrheit bleibt auch länger gesund und aktiv. Sozialwissenschaftler, Psychologen und Biologen beobachten gerade, wie anders sich die Menschen gegenüber früher nach dem Berufsausstieg verhalten. Die Gesellschaft kann dabei vor allem auf die Potenziale der Älteren bauen. Denn wie eine von uns in Auftrag gegebene forsa-Umfrage unter 50- bis 75-Jährigen belegt, zeigen sich 78 Prozent von ihnen für einen Neustart im Alter offen. 75 Prozent der Befragten sind bereit, sich gesellschaftlich zu engagieren. Die Gründung eines sozialen Unternehmens ist für jeden Fünften denkbar. 15 Prozent planen ohnehin, länger als gesetzlich vorgesehen zu arbeiten oder tun das schon jetzt. Und fast 90 Prozent halten das Potenzial von Älteren, gesellschaftliche Veränderungen zu bewirken, für unterschätzt.

Die Bereitschaft, im Alter soziale Verantwortung zu übernehmen, ist auch im Rahmen unserer Stiftungsarbeit deutlich erkennbar. Allein im Jahr 2018 waren es 7.500 Stunden, die von freiwillig Engagierten in Aktivitäten für das Haus im Park eingebracht wurden. Zugleich wurde das Angebot modernisiert und erweitert. So richtet sich etwa die Veranstaltungsreihe »PflegeZeit« jetzt gezielt an die Generation der 50- bis 65-Jährigen, die sich als pflegende Angehörige in einer schwierigen »Sandwichrolle« befinden. Vom schlechten Gewissen bis zur Aufgabe des eigenen Lebensentwurfs, von der zeitlichen Belastung bis zum Verlust des Arbeitsplatzes, von Querelen mit den Geschwistern bis zum Zerfall ganzer Familien, sicher ist: Angehörige brauchen Begleitung und Entlastung, um nicht in existenzielle Probleme zu geraten.


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