Herausforderungen für die Demokratie

Der Politikwissenschaftler Herfried Münkler (Foto: MünsterView/Witte 2018)
Der Politikwissenschaftler Herfried Münkler (Foto: MünsterView/Witte 2018)

Politikwissenschaftler Herfried Münkler warf auf Einladung der Körber-Stiftung in Münster am Vorabend des Historikertages einen Blick auf die Demokratiegeschichte Deutschlands. Münkler verwies auf die Wendejahre 1989 und 1991, die die Politikwissenschaft zunächst zur Annahme veranlasst hätten, die Demokratie habe sich als Rahmen für Marktwirtschaft und eine liberale Gesellschaftsordnung endgültig durchgesetzt. Mittlerweile habe sich allerdings gezeigt, dass diese Einschätzung zu optimistisch gewesen sei. Andererseits steht für Münkler fest: Die Transformationsleistungen, die in Ostdeutschland und in den Ländern Mittel- und Osteuropas nach 1989 erbracht worden sind, werden im Westen nicht genügend wertgeschätzt.

Katja Fausser, Körber-Stiftung, im Gespräch mit Andreas Wirsching und Sebastian Płóciennik
Katja Fausser, Körber-Stiftung, im Gespräch mit Andreas Wirsching und Sebastian Płóciennik

Andreas Wirsching (Institut für Zeitgeschichte München) und Sebastian Płóciennik, (Polnisches Institut für internationale Angelegenheiten Warschau) verglichen im KörberForum die gesellschaftlichen Langzeitfolgen des historischen Wandels in beiden Ländern und regten einen Austausch über das individuelle Erleben der Wendejahre an – dies könne Brücken für ein grenzüberschreitendes Verständnis bauen.
Mit der Demokratisierung und dem Abbau autoritärer Strukturen in Staat und Gesellschaft beschäftigte sich eine Veranstaltung über das »Glücksversprechen« der 68er-Bewegung. Die Schriftstellerin Barbara Sichtermann, der Historiker Per Leo und der Rechts- und Politikwissenschaftler Ulrich Klaus Preuß sprachen auf Einladung der Körber-Stiftung über das Erbe von 1968 und die aktuelle Krise der Demokratie.


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