Europas historisches Erbe

Das Körber History Forum fand 2018 zum dritten Mal statt. Über 200 internationale Experten diskutierten Ende Mai auf dem Forum über den historischen und den aktuellen Ost-West-Konflikt in Europa, über den türkischen »Neo-Osmanismus« sowie auch über das Erbe des Ersten Weltkriegs im Gedenkjahr 2018. Kontroverse Themen waren Flucht und Integration als Herausforderung für Europa sowie das Verhältnis zwischen Russland und dem Westen im Zeitalter neuer Aufrüstung. Hinter allem stand die Frage, mit der sich Ivan Krastev, Vorsitzender des Center for Liberal Studies in Sofia, in der Auftaktrede auseinandersetzte: Droht Europa eine neue Spaltung?

Ivan Krastev, Vorsitzender des Center for Liberal Studies in Sofia, eröffnete das Körber History Forum (Foto: David Ausserhofer)
Ivan Krastev, Vorsitzender des Center for Liberal Studies in Sofia, eröffnete das Körber History Forum (Foto: David Ausserhofer)

Im Dezember führte das Auftakttreffen der Körber History Reflection Group 21 hochrangige Experten und Vertreter aus 11 Ländern Europas in Minsk zusammen. Im Mittelpunkt dieses Treffens in Belarus stand die Bedeutung der Weltkriegsepoche für die Gesellschaften Mittelosteuropas. Die Vielfalt der diskutierten Perspektiven und Positionen zeigte, wie wichtig die Auseinandersetzung mit Geschichte und deren politischer Bedeutung auf europäischer Ebene ist.

Die Gespräche verdeutlichten die komplexe Verwobenheit der Geschichte Mittelosteuropas. Sie bewiesen aber auch, wie wichtig es bleibt, unterschiedliche Sichtweisen auf die Vergangenheit zur Sprache zu bringen und zu verstehen. Bei zukünftigen Treffen möchte die Gruppe der Frage nachgehen, wie die Entschärfung eines politisierten Geschichtsverständnisses in der Region gelingen kann und welchen Beitrag Historiker, Politiker, Diplomaten sowie Mitglieder der Zivilgesellschaft und Medien dazu leisten können.


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