Engagierte Spurensucher

»So geht’s nicht weiter. Krise, Umbruch, Aufbruch« lautete das Thema der 26. Ausschreibung des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten. Vom 1. September 2018 bis zum 28. Februar 2019 waren alle Kinder und Jugendlichen in Deutschland unter 21 Jahren aufgerufen, auf historische Spurensuche zu gehen.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erlaubt beim Schülerbesuch auch mal ein Selfie (Foto: David Ausserhofer)
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erlaubt beim Schülerbesuch auch mal ein Selfie (Foto: David Ausserhofer)

Das Thema sei gut gewählt, da in der öffentlichen Debatte praktisch omnipräsent, meinte die Geschichtsdidaktikerin Saskia Handro, die zum wissenschaftlichen Beirat des Wettbewerbs gehört. Es biete die Chance, Schülerinnen und Schülern zu verdeutlichen, dass Geschichte etwas mit ihnen zu tun habe. Heike Wolter, Geschichtsdidaktikerin an der Universität Regensburg, erläuterte in einem Interview, was das durch den Wettbewerb geförderte forschende Lernen auszeichnet, wo Fallstricke liegen und wie man ein Projekt erfolgreich zum Abschluss bringt.

Preisträger Frederico Cassarà (Foto: David Ausserhofer)
Preisträger Frederico Cassarà (Foto: David Ausserhofer)

Vier Preisträger der vorausgegangenen Ausschreibung des Geschichtswettbewerbs konnten sich auf dem Deutschen Historikertag in Münster über eine weitere Auszeichnung freuen. Frederico Cassarà, Jens Ulrich Noske, Jasper Siegert und Florentin Seifert wurde im Rahmen einer Festveranstaltung der Schülerpreis des Verbandes der Historikerinnen und Historiker verliehen.

Dass Geschichte weit über Deutschland hinaus ein Thema ist, erwies sich beim EUSTORY Summit 2018. Hier befassten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer fünf Tage lang mit der Frage, welche Lehren Europa aus der Beschäftigung mit Konflikten der Vergangenheit für die Bewahrung von Frieden und offenen Gesellschaften ziehen kann. Ob eine gemeinsame Erinnerung in Europa überhaupt möglich ist, stand als Frage über der Auftakt-Veranstaltung »Youth for Peace« in Berlin. Auch Besucher aus der Ukraine und Russland kamen sich beim Summit näher, was ein ukrainischer Teilnehmer so beschrieb: »Wegen des Krieges hatte ich etwas Angst davor, dass auch Russen beim Summit sein würden. Aber jetzt sind wir sogar Freunde, und das gibt mir Hoffnung, dass es eine Lösung für den Konflikt geben kann.«

Foto: David Ausserhofer
Foto: David Ausserhofer

Innerhalb des EUSTORY-Netzwerks fanden Preisverleihungen in Italien, Israel, Bulgarien, Dänemark, Russland, Estland, Lettland und Moldawien statt. In Bulgarien wurden die Preise vom ehemaligen Staatspräsidenten Petar Stojanow, in Lettland vom amtierenden Präsidenten Raimonds Vējonis verliehen.

Ausschreibungsplakat des Geschichtswettbewerbs in Georgien
Ausschreibungsplakat des Geschichtswettbewerbs in Georgien

Auch in Georgien, Moldawien, der Ukraine und Belarus wurden seit November 2017 in Zusammenarbeit von EUSTORY und DVVI, dem Internationalen Zweig des Deutschen Volkshochschulverbands, und mit finanzieller Unterstützung des Auswärtigen Amtes Geschichtswettbewerbe ausgeschrieben. In Georgien und Moldawien wurde das methodische Konzept des forschenden Geschichtslernens für Schüler damit erstmals implementiert. Über 700 Lehrkräfte  und Multiplikatoren nahmen an den Auftakt- und Fortbildungsveranstaltungen zu den Wettbewerben in den genannten vier Ländern teil.


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