Chinas Ansprüche

Zhou Xiaochuan (Foto: Marc Darchinger)
Zhou Xiaochuan (Foto: Marc Darchinger)

Konkurrent oder Partner? Diese Frage bestimmt das derzeitige Verhältnis zwischen China und Europa. Bei einem Politischen Frühstück im September warb der chinesische Ökonom Zhou Xiaochuan, bis März 2018 Gouverneur der chinesischen Zentralbank, für eine enge chinesisch-europäische Abstimmung in der Wirtschafts- und Handelspolitik. Kritik an unfairen chinesischen Handelspraktiken wies er als unbegründet zurück und vertrat die Auffassung, dass der chinesische Markt sich für ausländische Unternehmen immer weiter öffne. An einem anschließenden Workshop zu den deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen nahmen Mitglieder einer hochrangigen Delegation des China Center for International Economic Exchange (CCIEE) sowie Vertreter deutscher Bundesministerien und Thinktanks teil.

Auf dem 169. Bergedorfer Gesprächskreis im Dezember diskutierte eine Gruppe hochrangiger Experten in Peking über die Beziehungen zwischen China und der Europäischen Union. Der wirtschaftliche Austausch zwischen den Partnern ist nach wie vor stark – China und die EU nehmen jeweils den zweiten Platz auf der Liste der wichtigsten Handelspartner nach den USA ein –, doch viele Europäer sehen die wachsende internationale Bedeutung Chinas nicht länger nur als Chance. Als Ehrengast nahm Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Gesprächskreis teil.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier war zu Gast auf dem 169. Bergedorfer Gesprächskreis (Foto: James Wang)
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier war zu Gast auf dem 169. Bergedorfer Gesprächskreis (Foto: James Wang)

Im KörberForum diskutierten der ehemalige Bundesumweltminister Jürgen Trittin und Ruan Zongze, Vizepräsident des China Institute of International Studies (CIIS) die Frage, ob im Verhältnis zwischen China und dem Westen ein neuer Systemwettbewerb droht. In einer weiteren Veranstaltung verteidigte Ronnie Chan, Unternehmer aus Hongkong, den Standpunkt, dass China angesichts seines wachsenden wirtschaftlichen Einflusses offensiv seine Interessen wahrnehmen müsse.

Chinas Rolle im Konflikt um das nordkoreanische Atomprogramm stand im November im Mittelpunkt einer Debatte beim Berliner Forum Außenpolitik, an der die chinesische Außenpolitikerin Fu Ying und der Nordkorea-Berater des südkoreanischen Präsidenten Moon Chung-in teilnahmen. Zu Pekings umstrittenen Gebietsansprüchen im Südchinesischen Meer und deren Auswirkungen auf die Sicherheitslage in Südostasien nahm der Verteidigungsminister Singapurs Ng Eng Hen Stellung.


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