Exzellente Forschung

Mit Svante Pääbo wurde im September ein schwedischer Biologe und Mediziner vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig mit dem Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft ausgezeichnet. Pääbo hat das neue Forschungsgebiet der Paläogenetik entwickelt, seine Untersuchungen rücken die Geschichte der frühen Hominiden in ein neues Licht. Angesichts beharrlich vorgetragener Zweifel an der Evolutionstheorie bot diese Wahl auch die Chance, öffentlichkeitswirksam für die bahnbrechende Kraft wissenschaftlicher Erkenntnis zu werben.

Svante Pääbo mit dem Schädel eines Neandertalers (Foto: Friedrun Reinhold)
Svante Pääbo mit dem Schädel eines Neandertalers (Foto: Friedrun Reinhold)

Die traditionelle akademische Körber Lecture des Preisträgers stieß auf große Resonanz. Am Institut für Zoologie der Universität Hamburg folgten über 300 Studenten und Wissenschaftler dem Vortrag. Extra zur Preisverleihung nach Hamburg gekommen war eine sechsköpfige Delegation der Head Foundation aus Singapur, die in Südostasien einen vergleichbaren Wissenschaftspreis etablieren möchte.

Studienpreisträgerinnen und -preisträger (v.l.): Nora Derbal, Lea Puchert, Simon Gerdemann, Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble, Johannes Wandt, Markus Parzefall, Kai Markus Schneider, Jan Brülle, Anne Christine Holtmann (Foto: David Ausserhofer)
Studienpreisträgerinnen und -preisträger (v.l.): Nora Derbal, Lea Puchert, Simon Gerdemann, Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble, Johannes Wandt, Markus Parzefall, Kai Markus Schneider, Jan Brülle, Anne Christine Holtmann (Foto: David Ausserhofer)

Ein wichtiger Einschnitt für den Deutschen Studienpreis war Anfang 2018 die Übergabe der Schirmherrschaft vom scheidenden Bundestagspräsidenten Norbert Lammert an seinen Nachfolger im Amt Wolfgang Schäuble. Die Jury des Studienpreises entschied sich 2018 bei den drei ersten Preisen für die Literaturwissenschaftlerin Silke Braselmann (Justus-Liebig-Universität Gießen), die über den Einfluss von fiktionalen Texten auf Schulamokläufe gearbeitet hat, für den  Chemiker Johannes Wandt von der TU München, der für seine Forschungen zur Optimierung von Lithium-Batterien als Speichermedium ausgezeichnet wurde, und für die Soziologin Anne Christine Holtmann (Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung), die in einem Ländervergleich untersuchte, mit welchen unterschiedlichen Konzepten benachteiligte Schüler gefördert werden.

Simon Gerdemann (Foto: David Ausserhofer)
Simon Gerdemann (Foto: David Ausserhofer)

Auf besonderes Interesse in der Politik stießen die Forschungsergebnisse des Juristen und Zweitpreisträgers Simon Gerdemann zum rechtlichen Schutz von Whistleblowern. Diese könnten sich in Deutschland, so sein Befund, kaum auf die Judikative verlassen. Auch öffentliche Stellen, an die sie sich wenden und damit auf Schutz hoffen könnten, seien hierzulande rar. Gerdemann folgte auch der Einladung in unser Format »Eine Stunde junge Wissenschaft« in der Parlamentarischen Gesellschaft beim Deutschen Bundestag. Dort diskutierte er seine Ergebnisse mit Abgeordneten und wissenschaftlichen Mittarbeitern des Parlaments.
Um zu erfahren, welche Folgen die Vergabe des Deutschen Studienpreises für Nachwuchswissenschaftlerinnen und –wissenschaftler hat, haben wir im Sommer unter unseren Alumni eine Befragung durchgeführt. Das Ergebnis ist sehr ermutigend: 75 Prozent der eingereichten Beiträge sind seit der Auszeichnung in der Fachcommunity überdurchschnittlich stark rezipiert worden, und fast alle Preisträger konnten ihre Thesen über Presse, Veranstaltungen, Bürgerdialoge etc. in eine breitere Öffentlichkeit tragen.

Mit der Universität Oslo konnte eine renommierte Hochschule für die Durchführung der Vorstudie zum nächsten Hamburg Transnational University Leaders Council gewonnen werden. Unter dem Titel »The Place of Universities in society« wurde ermittelt, wie Universitäten ihre gesellschaftspolitische Verantwortung im 21. Jahrhundert definieren und wahrnehmen.


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