Fokusthema

»Digitale Mündigkeit«

Wir setzen uns für die Stärkung digitaler Kompetenzen ein. Denn nur Menschen, die sachkundig und verantwortungsvoll mit neuen Technologien umgehen, können die Chancen des digitalen Wandels nutzen, ohne die Risiken aus dem Blick zu verlieren. Gleichzeit möchten wir die Debatte über die Gestaltung des digitalen Wandels voranbringen und insbesondere die zivilgesellschaftlichen Kräfte in diesem Prozess stärken.

Foto: Sandra Schink
Foto: Sandra Schink

Die »Code Week Hamburg« ist auch in diesem Jahr weiter gewachsen. Gab es 2016  32 Angebote rund um das Thema »Programmieren für Kinder und Jugendliche«, waren es 2017 schon 65; 2018 haben wir das Programm der Code Week Hamburg mit über 100 Angeboten erneut ausgebaut. Allein bei der Auftaktveranstaltung am 6. Oktober in der Hamburger Zentralbibliothek konnten über 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Workshops den Spaß am Programmieren und digitalen Tüfteln entdecken. Die Code Week wurde von einem breiten Bündnis aus mehr als 40 Initiativen, Universitäten, Schulen und Unternehmen getragen. Insbesondere durch die Kooperation mit den Hamburger Bücherhallen mit ihren über 30 Standorten erreichten wir verstärkt auch Jugendliche aus sozial schwächeren Milieus.

Mit dem »Digital Summit für Lehrkräfte« starteten wir im März ein weiteres Projekt zur digitalen Bildung. Ziel dieser Veranstaltung, die sich an Lehrerinnen und Lehrer aus ganz Deutschland richtet, ist es, einen umfassenden Einblick in den tiefgreifenden digitalen Wandel der (Arbeits-)Welt zu geben und so die zunehmende Kluft zwischen schulischem Alltag und gesellschaftlicher Realität zu überbrücken. Neben Besuchen bei Digitalunternehmen wie Facebook, Google und Xing standen Gespräche und Diskussionen mit Experten wie dem YouTube-Star Mirko Drotschmann, Petra Scharner-Wolff, Vorständin der Otto Group, oder Christoph Igel vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz auf dem Programm. Rund 200 Lehrerinnen und Lehrer nahmen teil.

Start des »Digital Summit für Lehrkräfte« (Foto: Claudia Höhne)
Start des »Digital Summit für Lehrkräfte« (Foto: Claudia Höhne)

Die zentralen Thesen und Ergebnisse unserer Arbeit im Rahmen des Fokusthemas »Digitale Mündigkeit« diskutierten wir am 21. und 22. Juni in der Konferenz »Learning Cities. Bildung im digitalen Zeitalter als Chance und Herausforderung für Städte und Regionen«. Es nahmen rund 130 Expertinnen und Experten aus Deutschland und einigen Nachbarländern teil. Wie Städte und Regionen zu »Ökosystemen des Lernens« werden können, wurde durch die Präsentation guter Praxis aus Europa deutlich: In Finnland etwa nimmt die Stadt Espoo eine Vorreiterrolle ein. Markku Markkula, Vizepräsident des Europäischen Ausschusses der Regionen, zeigte am Beispiel seiner Heimatstadt auf, wie hier in den vergangenen Jahren ein Mentalitätswechsel vollzogen wurde und klassische Bildungsinstitutionen mit Start-ups, Medienunternehmen, NGOs und anderen Einrichtungen gemeinsame Lernräume gestalten. Diese Art des »kollaborativen Lernens« wird vom Europäischen Ausschuss der Regionen aktiv unterstützt.

Die Konferenz »Learning Cities. Bildung im digitalen Zeitalter als Chance und Herausforderung für Städte und Regionen« im KörberForum (Foto: Claudia Höhne)
Die Konferenz »Learning Cities. Bildung im digitalen Zeitalter als Chance und Herausforderung für Städte und Regionen« im KörberForum (Foto: Claudia Höhne)

Aber auch in Deutschland, so zeigte die Konferenz, gibt es funktionierende Systeme des Lernens: Die Hamburger Hacker School demonstrierte, wie sich Kinder und Jugendliche für IT begeistern lassen, und Micha Pallesche von der Karlsruher Ernst-Reuter-Schule zeigte auf, wie Schulen sich in Deutschland öffnen und die Stadt als Lernraum nutzen können. Das Fazit der Experten: Neue »Ökosysteme des Lernens« entstehen nicht einfach durch die Umstellung von analog auf digital, sondern durch den Wandel vom isolierten zum vernetzten Arbeiten.
Die Konferenz bildete den Abschluss unseres Schwerpunkts zur »Digitalen Mündigkeit«.  Operativ bleibt uns das Thema erhalten. In unseren Projekten werden wir uns auch weiterhin für die Vermittlung umfassender digitaler Kompetenzen ebenso einsetzen wie für eine gesamtgesellschaftliche Debatte über die Gestaltung des digitalen Wandels.


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